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H√∂fische Pracht ‚Äď Ingelheim stellt bald ein Glanzst√ľck mittelalterlicher Goldschmiedekunst aus


Die gro√üe goldene Adlerfibel wird in Ingelheim in der Sonderausstellung ‚ÄěDer charismatische Ort. Stationen der reisenden K√∂nige im Mittelalter‚Äú der Stadt Ingelheim, Forschungsstelle Kaiserpfalz, zu sehen sein. Zusammen mit 24 weiteren Schmuckobjekten des 11. Jahrhunderts war sie Teil eines Schatzes aus Fibeln, Ohrringen, Fingerringen sowie einem Juwelenkragen und Brustbehang, die reich mit Edelsteinen, Perlen und Emails verziert sind.

Adlerfibel/GDKE, Landesmuseum | © 

Da bereits der Fundhergang w√§hrend Kanalarbeiten in Mainz 1880 nicht gesichert ist, ranken sich neben wissenschaftlichen Deutungen auch Verschw√∂rungstheorien um diesen Fund. Insbesondere die Frage, ob es sich um einen einzigen Schatzfund oder um zwei Teile handelt, kann nicht sicher rekonstruiert werden. Gleichwohl bleibt die gro√üe Anziehungskraft dieser eindrucksvollen Objekte auch 100 Jahre nach ihrer Entdeckung davon unber√ľhrt.

Diese Schmuckgarnitur f√ľr eine Frau wurde in der Forschungstradition Kaiserin Gisela zugeschrieben, wobei die j√ľngere Forschung sie mit Kaiserin Agnes von Poitou verbindet, die im Jahr 1043 in Ingelheim mit K√∂nig Heinrich III. verm√§hlt wurde und im gleichen Jahr im Mainz zur K√∂nigin gekr√∂nt wurde. Sowohl die wertvollen Materialien als auch die verwendeten Formen und Motive lassen die Bestimmung der Schmuckst√ľcke f√ľr offizielle Anl√§sse erkennen: sie geh√∂ren vermutlich zum Kr√∂nungsornat der K√∂nigin und Kaiserin (1046 in Rom gekr√∂nt).

Das Bild dieses sogenannten ‚ÄěSchmuck der Kaiserin Agnes‚Äú wird bis heute von der gro√üen, durchbrochenen Goldscheibenfibel mit der Frontalansicht eines Adlers im Siegerkranz gepr√§gt, der eine Krone tr√§gt und mit blau-gr√ľn-wei√üen Zellenschmelzen verziert ist. Der Adler ist ein Symbol f√ľr Macht und ein Herrschaftszeichen.

Die Adlerfibel in der Sonderausstellung ‚ÄěDer charismatische Ort. Stationen der reisenden K√∂nige im Mittelalter‚Äú

Stilistisch ist die Adlerfibel gut mit der Reichskrone vergleichbar. Sie wird daher in der Ausstellung im Kontext der Reichsinsignien zu sehen sein. Der Besitz der Reichskleinodien dokumentierte in der mittelalterlichen Vorstellung die Rechtmäßigkeit der Herrschaft ihres Trägers. Daher sind sie besonders kostbar mit antiken Gemmen, Edelsteinen und prachtvollen Goldschmiedearbeiten verziert. Insbesondere die Ottonen und Salier nutzen die Versammlungen, Hoftage, Reichstage und Synoden zur Inszenierung ihrer Herrschaft. Diesem Thema wird in der Sonderausstellung ein ganzer Saal gewidmet, der unter dem Leitthema des Versammlungswesens steht. Bei Versammlungen traten der König, der Hof und die Großen des Reiches zusammen und stellten einen Konsens in politischen, rechtlichen und militärischen Fragen her. Dort formierte sich ein Charisma, das in der Repräsentation, im elitären Zeremoniell, in Ritualen und der Demonstration politischer Macht seinen Ausdruck fand. Von dieser königlichen Aura wird die Sonderausstellung dank hochkarätiger Exponate wie der vorgestellten Adlerfibel, Repliken der Reichsinsignien und kostbarer Gastgeschenke aus Byzanz erzählen.

‚ÄěDer charismatische Ort. Stationen der reisenden K√∂nige im Mittelalter" - Im Rahmen des Vereinigungsfestes

Vernissage: 16.08.2019 um 19.00 Uhr, St. Remigius
Laufzeit: 20.08‚Äď20.11.2019


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